Bär
1/2. Mai 2004 in Degen/Schweiz

Bär - Ursus arcticus

C 3

V7
Es ist okay so, wie es ist. Eigentlich habe ich aus einer anderen Trance noch den Auftrag, dem Bären in meinem Garten einen Platz zu machen. Das soll ich nun endlich mal machen. Ich arbeite psychologisch mit Kindern und mir kam die Gewissheit, daß man für jedes Kind die geeignete Lösung finden wird. Dies ist manchmal eine etwas längere Suche. Ein Bild von einer Spirale entsteht, die sich in einen Regenbogen verwandelt. Ich werde in den Himmel hinaus geworden und lande auf einer Kinderschaukel. Von der Schaukel werde ich in die Luft hochgeworfen und kann mich an den Beinen eines vorbei fliegenden Storches festhalten. Wir kamen an einen See, in den er mich fallen läßt, ich tauche auf den Grund und begegne einer Schlange. Dann tauche ich wieder auf aus dem Wasser und am Ufer steht ein Bär. Ich habe das Gefühl, wir kennen uns nicht sehr gut, aber langsam geschieht eine Annäherung. Dann kam eine ganze genaue Anweisung, wie ich den Platz für den Bären in meinem Garten gestalten soll. Ich machte mal eine Bärenmaske, mit der ich nicht zurecht komme. Jedesmal, wenn ich sie sehe, weiß ich nicht, was ich mit ihr machen soll. Das Gefühl, sie gehört nicht zu mir. Ich werde sie verbrennen. Erinnerungen an früher tauchen auf, wo mein Vater innerhalb einer Stunde an einem Herzinfarkt gestorben ist. Damals war ich viel Nachts unterwegs, dieses Gefühl, im Dunkeln unterwegs zu sein, hat sich wieder eingestellt.

V6
Ich war sehr müde, bin immer eingeschlafen. Wärme, komme in die Wüste. Ich komme an ein Aas, ein Geier kommt und pickt das Herz heraus und gibt es mir. Emotional bin ich mit diesem Geschenk total überfordert. Ich habe Bedenken, das Herz in mich hinein zu transplantieren, da es möglicherweise nicht dieselbe Blutgruppe hat, ich habe mich dann erschöpft, aber auch zufrieden mit dem Herzen auf ein Bänklein in der Wüste gesetzt.
Ich versuche, die durchtrennte Nabelschnur zum Großvater mütterlicherseits wieder herzustellen. Er ist früh gegangen und hat eine 7-köpfige Familie zurückgelassen. Ich sehe einen Wolf, der im Dunkeln den Mond anheult. Sehe ein Bild einer Vagina, in der ein Wolf im Schafspelz sitzt. Ich weiß nicht mehr genau, ob ich aus der Vagina hinaus schaue oder hinein. Sehe nicht genau, ob der Wolf nicht möglicherweise eine Mönchskutte trägt.
Extremitäten, Schmerz, Knie, rechts wie geschwollen, als ob Wasser drin wäre.
Dann sehe ich eine Zusammenkunft von Bären. Das Märchen Rotkäppchen taucht auf.
Dann schlafe ich für einen Moment ein.

V11
Ich habe nichts erlebt. Das hat mich sehr enttäuscht, weil es bisher sehr gut lief. Zum Schluß ist mir der Bär dann doch noch kurz begegnet. Ich kam in einen Wald und plötzlich steht der Bär vor mir. Er hat etwas von einem Hohepriester. Es überfordert mich, ihm so zu begegnen.
Doch dann beschließe ich, mir alles von ihm zu wünschen, was ich brauche, wenn ich ihn jetzt schon mal vor mir habe. Der Bär war völlig ehrwürdig, er fordert mich auf, zu schauen und ich mache die Augen auf und sehe, daß all die Wunschbilder vor meinen Augen zerieseln, ich sehe wie nichtig all diese Wünsche sind.  Alles spielt in dem Gegensatz zwischen dem Wunderbaren, daß ich mir wünsche und meiner eigenen eigentlichen Unfähigkeit, das Wunderbare anzunehmen.

V3
Sehe viel schwarz und einige Teddybären. Viele Teddybären-Knopfaugen.

V10
Am Anfang war ich sehr verzweifelt von diesem Selbstmitleid, diese Qual wurde immer stärker. Dann kam eine leuchtende Bärengestalt auf mich zu, als Feuerstellen-Stellvertreterin. Seltsamerweise ging dann aber nichts weiter, außer das ich sehr müde wurde.
Ich hatte großes Verlangen rauszugehen, aber ich dachte, ich bleibe hier und mache weiter für den Bären. Noch lieber hätte ich dies als Geschenk gemacht, es blieb jedoch das Gefühl, eine Pflicht zu tun. Ich mache einen "Bärendienst"!
Eine Haltung, die ganz gut zu Bär zu passen scheint, ist die folgende Zen-Haltung:
"Ganz egal, was du tust, wichtig ist, daß du es genau tust"

V12
Bei mir hat sich alles um Gruppenverbände gedreht, um das Kollektiv. Sich selber annehmen können ist Voraussetzung, um sich selber fallenlassen zu können, ohne Angst zu haben. Liebe annehmen können, auch wenn der Weg holprig ist. Großzügigkeit, grenzenlos, übergreifend, Geduldig sein, Zuschauen lernen. Sehe Indianer und Füchse, dann schlafe ich ein. Als ich wieder erwache habe ich eine Aggression in mir. Es will nicht so, wie ich will. Es ist alles holprig. Dann sehe ich einen Autounfall, niemand geht helfen. Ich bin genervt, da mich die Situation streßt. Ich erinnere mich an einen Traum, in dem ich am Fenster stehe und mir selbst zuschaue, wie ich draußen im Auto sitze und mit jemand diskutiere. Ich kann diesen Traum jedoch nicht deuten.

V5
Etwas stimmt nicht. Der Bär sagt mir, ihr könnt uns nicht einfach so erreichen. Etwas fehlt. Ich frage die Bären, weshalb sie mir nicht helfen. Da taucht eine große Leere in mir auf. Aber keine meditative Leere, sondern eine komplette Leere ohne Gefühle. Ich frage mich, was das alles soll. Ich frage die Bären, was los ist. Die Bären antworten: Wir können nicht zu euch kommen, wenn ihr so stark seid und so überzeugt von euch. Wie seit ihr, wenn ihr schwach seid? Ich sage: Sorry, Bären, aber so sanft zu sein ist so gefährlich. Unsere Welt hält nicht viel von den Sanftmütigen.
Brust, Herz, Schmerz, drückend
Brust, Herz, Schmerz, erstreckt sich zum Schulterblatt links
Ich werde hier auf mich selbst zurückgeworfen.
Verlangen nach sich schützen
Das Kratzen der Mörser ist grässlich, es erinnert mich an Gewalt und die Pflicht immer zu machen, zu machen, zu machen. Dann Glockenklang, in mir ist Wärme, Innigkeit, Hingabe. Das Reiben ist sehr leicht, tänzerischer Umgang mit dem Pistill. Es ist gut, wie es ist im Moment, ich bin berührt, ich danke euch, ihr schönen Bären.
Ich bekomme noch ein Geschenk, nämlich ein heißes Steißbein

V2
Nase, Ausfluß wässrig,  links
Leichtigkeit im Tun, dann extreme bleierne Müdigkeit, ich möchte nur noch schlafen, ich muß mich zusammenreißen, um weiter zu reiben.
Extremitäten, Knie, Schmerz, pochend, rechts
Dann frage ich mich wieder, ob ich hier alles richtig mache.
Ich sehe einen Bären in der Entfernung, wünsche mir, daß er zu mir kommt. Denke, wieso soll er zu mir kommen, ich will ja zu ihm, ich mache mich auf den Weg. Ich sehe, daß der Bär alleine ist. Auch ich wünsche mir, alleine zu sein, weg von den Menschen. Ich denke, daß es ein bisschen wenig ist, was mir hier gezeigt worden ist und frage mich, ob das eine Geduldsprobe ist.

V9
Es taucht sofort ein Auge in der Mörserschale auf. Dann verwandelte es sich in einen großen, weißen Raum und ich begann hineinzugehen. Da wurde alles sehr warm, mein Hals, die Ohren, ich ging weiter und wurde plötzlich sehr müde. Dann komme ich in einen Vergnügungspark mit sehr lauten Kindern. Ich schaute den Kindern, die lachend in einer großen Schaukel hin,- und herschaukelten von meiner Position unter dem Wasser heraus zu. Ich begann mich hier unter dem Wasser immer mehr zu entspannen.

V4
Ein großer Frieden, ich höre ständig Glocken. Sehe Bären, die Schellen tragen und tanzen, wie Schamanen. Es kam mir vor, wie eine Heilung des Geistes und ich bekam den Satz: Der Kampf ist vorbei, es ist vollbracht. Ich hatte das Gefühl, daß ich zu wenig bescheiden sei.
Die Bären bewerten jedoch meine Bescheidenheit nicht. Sie haben ein anderes Wertesystem.
Ich muß selbst verantworten, wieviel Kraft ich halten kann. Sie sagen mir, daß meine Gedanken jedoch ein Anzeichen dafür sind, daß ich mich selbst kontrollierend bewerte. Zeit vergeht schnell. Bilder vom Kampf zwischen Mann und Frau in meinen Leben tauchen auf, Geschlechterkampf. Fühle, daß ich heute mehr Frieden habe mit den Männern. Die Bären rücken mir auf die Pelle, ich habe das Gefühl, daß ich mich entscheiden muß, ob ich diese Energie nehmen oder nicht? Will ich diese Energie wirklich?  Da wird mir bewußt, wieviel innerer Kampf noch da ist in mir, dann habe ich mich nicht mehr mit den Dialogen in meinem Kopf beschäftigt, sondern nur noch beobachtet. Zuletzt sehe ich einen weißen Bären und ich bekomme die Mitteilung: Orientiere dich am Höchsten! Das verwirrt mich. Wie kann ich mich am Höchsten orientieren und gleichzeitig bescheiden sein? Ich spüre, daß ich noch erforschen muß, was die richtige Demut ist. Orientiere dich am Höchsten, aber bewerte nicht, was dir dabei begegnet!

V1
Extremitäten, Knieschmerz, rechts, Außenseite
Extremitäten, Knieschmerz, drückend, rechts, wie geschwollen
Ich bekomme den Satz: Der Kampf ist vorbei. Die Verletzungen sind schon lange vorbei.
Es geht darum, zu begreifen, daß die Verletzungen vor einer langen Zeit stattgefunden haben. Es ist wichtig, aus den Wiederholungen der Erinnerung herauszutreten. Es gibt keine Möglichkeit im Zentrum etwas zu ändern. Nur die Handlung zählt, nicht die Absicht. Es kommt mir vor, wie ein Motto für die ganze Begegnung. Es gab viel Absicht bei allen, den Bären zu begegnen, doch nur die Handlung zählt.  In dem Maße, wie wir in der Lage sind, die Handlungen zu präzisieren, wird der Kontakt zu den Bären sich verdichten. Die Bären sind unbetrügbar, es gibt keine Möglichkeit, zu schummeln. In den Begegnungen mit den Vögeln war die Haltung der Vögel derart: "Na, du hättest wohl gern Kontakt zu uns, was? Ja, du kannst ja noch ein wenig versuchen!" Die Vögel waren sehr schnippisch mit uns. In dieser Begegnung hier mit den Bären ist es völlig anders. Es scheint stark darum zu gehen, daß wir lernen, nicht zu bewerten. Sie wollen nicht mit uns spielen und sie bewerten unsere Bemühungen nicht. Sie sind immer da und wir können immer versuchen, mit ihnen in Kontakt zu kommen. Aber wichtig ist, die richtige Art des Kontaktes zu finden. Wir werden spüren, wenn es gut ist. Sie sind freundlich, aber unverrückbar. Wir müssen einfach den Weg zu ihnen finden. Alles braucht seine Zeit. Dann kam der Satz: Es gibt keine Feinde in dieser Welt, nur Freunde, die wir noch nicht in der Lage sind, als solche zu erkennen. Ich frage mich, wie wir das, was wir in der spirituelle Welt erkannt haben in die wirkliche Welt bringen. Als Antwort kam: Etwas Gutes erinnern! Anscheinend bekommen wir viel Kraft, wenn wir uns an Momente erinnern, wo es uns gut ging. Wenn wir uns an Mythologien erinnern, die uns gefielen, mit denen wir gut leben konnten. Ganz egal, wie zerstritten man mit seinem Clan ist, gibt es doch immer irgendwo eine Erinnerung an diesen Clan, die einem gefällt. Wo es einem mit den Mitgliedern der Familie gut ging. Diese Erinnerung soll man hochhalten. Dies ist eine Möglichkeit auszusteigen aus den Verletzungen, die durch die Familie entstanden sind. Gestern hatte ich die Idee, nach der Vorstellungsrunde, in der ja auch die Wünsche an die Bären ausgesprochen wurden, das Seminar für beendet zu erklären. Für einen Moment dachte ich, eigentlich ist schon alles gesagt. Die Menschen sind mir ihrer Absicht hierher gekommen, sie haben diesen Weg unternommen und ihre Wünsche den Bären vorgetragen. Es wäre interessant gewesen, wie wir mit dieser unvorbereitet eintreffenden Leere umgegangen wären.



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